Schutzengel machen Überstunden: Achtjähriger in Bad Berka von Zug erfasst

Es war ein schrecklicher Moment, als Passanten mitbekamen, dass ein kleiner Junge mit seinem Fahrrad sich in Bewegung setzte und noch versuchte, trotz geschlossener Schranken, über die Bahnschiene zu fahren. So geschehen am Zeughausplatz in Bad Berka am Donnerstagnachmittag.

Der nach ersten Informationen Achtjährige unterschätzte die herannahende Bahn und so nahm das Unglück seinen Lauf. Sein Leben hat er wohl seinem Bruder zu verdanken, der ihn nach Zeugenaussagen noch packte und zurückzog.

Eine Kollision mit dem Zug konnte auch er nicht mehr verhindern, wohl aber dass sein Bruder nur noch mit der Ecke des Triebwagens der Erfurter Bahn zusammenstieß. Doch auch dieser Aufprall war heftig genug, um dem Kind schwere Verletzungen zuzufügen. Der Fahrradhelm, den er trug, schützte seinen Kopf vor weitaus schlimmeren Verletzungen.

Die Besatzung eines durch Zufall auf der anderen Seite des Bahnübergangs wartenden Krankentransportwagens der Johanniter Unfallhilfe konnte sich umgehend um das schwer verletzte Kind kümmern, bis der Rettungswagen an der Einsatzstelle eintraf.

Die Polizei und die Bundespolizei sicherten die Unfallstelle ab und nahmen den Unfall auf. Der Notfallmanager der Erfurter Bahn kam vor Ort und kümmerte sich um die Besatzung des Triebwagens. Lokführer und Bahnbegleitpersonal wurden umgehend ausgetauscht.

Ein Verfahren, welches immer zur Anwendung kommt, wenn es einen solchen Unfall gegeben hat. Bis in den frühen Abend war der Bereich am Zeughausplatz für den Verkehr gesperrt. Erst nachdem die Deutsche Bahn als Netztreiber die Strecke und das Schienenfahrzeug wieder freigegeben hatte, konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Die Schutzengel hatten an diesem Nachmittag alle Hände voll zu tun und der Achtjährige kann den 11. Juni als seinen zweiten Geburtstag feiern.

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