Ernstfall geprobt: Neun Personen von Einsatzkräften in Hildburghausen gerettet

Am Freitagabend führte die Freiwillige Feuerwehr Hildburghausen in Zusammenarbeit mit den Helios Fachkliniken Hildburghausen eine unangekündigte Alarmübung durch. Gegen 18.45 Uhr lief in der Rettungsleitstelle Suhl die Brandmeldeanlage eines Gebäudes der Einrichtung der Behindertenhilfe in der Eisfelder Straße auf.

Gemäß der Alarm- und Ausrückordnung rückte ein Einsatzzug der Feuerwehr Hildburghausen zur gemeldeten Adresse aus. Für die Kameradinnen und Kameraden war dies zunächst kein ungewöhnliches Einsatzstichwort, denn ausgelöste Brandmeldeanlagen füllen einen Großteil der Einsatzstatistik der Feuerwehr, welche glücklicherweise in den meisten Fällen Fehlalarme sind.

Mit diesen Gedanken machten sich sicher auch einige Kameraden auf dem Weg zum Einsatzort, denn nur die wenigsten waren in die Planungen zur Alarmübung eingeweiht. Am Einsatzort angekommen, drang dichter Rauch aus den Fenstern im Obergeschoss einer Einrichtung der Behindertenhilfe. Im Regelfall sind hier bis zu zehn Bewohner untergebracht, welche für die Übungsdauer kurzzeitig in ein Nebengebäude umgezogen sind und durch Verletztendarsteller ersetzt wurden.

Der Einsatzleiter erhielt vom Pflegepersonal die Information, dass sich aktuell neun Personen im Gebäude aufhalten, worauf dieser kurz vor 19.00 Uhr Vollalarm für die Feuerwehr Hildburghausen und die Außenwachen Weitersroda-Bürden und Gerhardtsgereuth auslösen ließ. Erste Trupps rüsteten sich danach mit Atemschutz aus, um die Personen schnellstmöglich aus dem Gebäude zu retten.

Eine Drehleiter wurde an der Gebäuderückseite in Stellung gebracht, um parallel Personen, die sich auf einem Balkon in Sicherheit bringen konnten, ebenfallls zu retten. Gleichzeitig musste eine Wasserversorgung zur Brandbekämpfung und ein Sammelplatz für die geretteten Personen aufgebaut werden. Mitalarmiert wird in solchen Fällen über eine interne Rufgruppe auch ein Notfallteam der Klinik, bestehend aus Klinikleitung, Pflegepersonal und Techniker. Diese unterstützte bei der Übung die Einsatzkräfte. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachkliniken kümmerten sich um die geretteten Personen, für deren weitere Behandlung und Betreuung ein Rettungszelt durch die Feuerwehr errichtet wurde.

Bis alle Personen außer Gefahr waren, vergingen etwa 25 Minuten, wie Stadtbrandmeister Marcel Koch im Anschluss erläuterte, was gemessen an der Anzahl der Personen eine respektable Zeit ist. Insgesamt dauerte die Übung bis 20.15 Uhr an. Im Einsatz waren 43 Kameradinnen und Kameraden mit neun Fahrzeugen.

Stadtbrandmeister und Klinikleitung lobten Leistungen bei der Feuerwehrübung. Im Anschluss an die Übung versammelten sich alle beteiligten Einsatzkräfte im Parkcasino der Fachkliniken. Dort hatten Mitarbeiter einen kleinen Imbiss und Kaffee vorbereitet. Die Geschäftsführerin, Dr. Köditz, nutzte die Möglichkeit, ihren Dank und Anerkennung an die Kameradinnen und Kameraden auszusprechen. Diesem konnte sich auch Stadtbrandmeister Marcel Koch anschließen, der sich bedankte sich für die Einsatzbereitschaft aller bedankt.

Er bescheinigte seinen Kameradinnen und Kameraden eine positive Leistung. “Sicher gibt es hier und da leichte Optimierungsmöglichkeiten, aber aus diesem Grund machen wir solche Übungen, um im Ernstfall optimal helfen zu können”, so Marcel Koch. Eine detaillierte Auswertung wird es in den nächsten Tagen intern geben.

« 1 von 14 »

Fotos: Marcus Heinz