Schutzengel mit Zentimeterarbeit bei Schleiz: Leitplanke bohrt sich durch Ford

Natürlich ist ein schwerer Unfall schon Unglück genug, doch manchmal spielt selbst dann noch das Glück eine riesige Rolle. Nur wenige Zentimeter entschieden wieder einmal zwischen Leben und Tod für eine Mutter am Steuer eines Ford C-Max, als sie mit ihren beiden Kindern am Muttertag auf der A9 zwischen den Anschlussstellen Dittersdorf und Triptis verunglückte.

Offenbar nach einem vom Hergang bisher noch ungeklärten Zusammenstoß mit einem Audi wurde das Fahrzeug von der Autobahn in eine aufsteigende Leitplanke am rechten Fahrbahnrand geschleudert. Dabei wurde der PKW mit den drei Insassen total zerstört. Der gesamte Fahrzeugmotor samt Getriebe wurden beim Aufprall herausgerissen.

Die Leitplanke bohrte sich durch die Fahrertür direkt über den Beinen der Fahrerin hinweg bis in die Mittelkonsole des Fords. Ganze drei Zentimeter entschieden hierbei über Leben und Tod. Drei Zentimeter, die das schwere Metall zum Glück die Fahrerin verfehlte. Die beiden Jugendlichen konnten mit leichten bis mittelschweren Verletzungen das total zerstörte Fahrzeug verlassen.

Für die Fahrerin kamen die Rettungskräfte vom DRK Schleiz, die eines Rettungshubschraubers und der Schleizer Feuerwehr zur Hilfe. Um 15.49 Uhr schrillten die Alarmmeldeempfänger der Schleizer Feuerwehr. Die anrückenden Kräfte der Autobahnpolizei und Feuerwehr leiteten umgehend eine Vollsperrung der Bundesautobahn ein, weil sich ein Rettungshubschrauber aus Bad Berka bereits im Anflug befand.

Am Einsatzort waren Ersthelfer und die Rettungskräfte des DRK samt Notarzt mit der Erstversorgung der Patienten beschäftigt. Nach einem Entlastungsschnitt der Türverkleidung der Fahrertür wurde eine große “Rettungsöffnung” am Fahrzeug mittels hydraulischen Rettungsgeräts geschaffen. Dazu wurden beide linken Türen und die B-Säule herausgetrennt.

Nach wenigen Minuten konnte die Frau patientenschonend vorsichtig mittels Spineboards aus dem Fahrzeug gehoben werden. Nach dem Transport in den Rettungshubschrauber und dessen Abflug konzentrierten sich die Arbeiten der Einsatzkräfte zunächst auf die Reinigung der linken Fahrspur, um den Verkehr wieder ins Rollen zu bringen.

Die Absicherung der Unfallstelle geschah mit den Mitteln der Schleizer Feuerwehr. Dazu kam, wie üblich, auch die mobile Vorwarntafel zum Einsatz. Mittels Motortrennschneider musste die Leitplanke direkt am verunfallten Fahrzeug abgetrennt werden. Sie war derart im Fahrzeug verkeilt, dass sie wohl bis zur Verschrottung des PKW darin verbleiben muss.

Die Einsatzführung bedankt sich bei allen Rettungskräften des DRK und der Hubschrauberbesatzung, bei den insgesamt drei Notärzten, den vielen Beamten der Autobahnpolizei, den Mitarbeitern der VIA- Gateway und den des Abschleppunternehmens für die gute Zusammenarbeit. Ein weiter Dank gilt den Mitarbeitern der Rettungsleitstelle in Saalfeld.

« 1 von 11 »

13.05.2019 / Feuerwehr Schleiz / Ronny Schuberth