Zu spät erkannt: Scheune und zwei Garagen im Weimarer Land abgebrannt

Spät erkannt wurde ein Feuer am Sonntagnachmittag in Tonndorf im Weimarer Land. So hatten sich die Flammen in einer Scheune mit zwei Garagen in der Schenkenstraße bereits weit ausbreiten können, bevor Alarm geschlagen wurde. Gegen 13.43 Uhr heulte schließlich die Sirene im beschaulichen Dorf und auch die Melder der Kranichfelder sowie Bad Berkaer Wehr schrillten. Vor Ort angekommen stand das Gebäude in zweiter Reihe jedoch schon in Vollbrand.

Jetzt hieß es für die Floriansjünger Schadensbegrenzung betreiben. So bauten sie umgehend Wasserstrecken auf und versuchten die Giebelseiten der Scheune abzukühlen, denn an das betroffene Gebäude grenzten rechts sowie links weitere Gebäude. Während der Löscharbeiten stellten die Kameraden auch eine Gasflasche sicher, die sich in einer der beiden Garagen befand.

Aber auch etwa 300 Tauben mussten vor dem Feuertod bewahrt werden. Wollten die Einsatzkräfte die Tiere zu Beginn noch evakuieren, stellte sich dies schnell, aufgrund der hohen Anzahl an Vögeln, als unmöglich heraus. Ein zwischenzeitlich eingetroffener Rettungswagen betreute zwei Personen, die augenscheinlich unter Schock standen.

Der immer wieder auffrischende Ostwind machte den Kameraden einen Strich durch die Rechnung, denn so war eine Zwangsbelüftung des Gebäudes nicht möglich. Auch war die Gefahr mittlerweile viel zu groß, dass es in sich zusammenstürzen könnte. Abhilfe brachte ein Teleskoplader des ortsansässigen Agrarbetriebes. Mit ihm konnte das Gebäude Stück für Stück kontrolliert zu Einsturz gebracht werden.

Die gebannte Einsturzgefahr brachte jedoch die Schwierigkeit mit sich, dass die Trümmer nun auseinandergezogen werden mussten, um sie sicher ablöschen zu können. Mit sogenanntem Netzwasser, einem Wasser-Schaumgemisch, deckten die Einsatzkräfte die Reste der Scheune ab. An den Giebelwänden stieg jedoch weiter Rauch auf, sodass die Drehleiter Bad Berka, die zwischenzeitlich an den Standort zurückgeschickt worden war, erneut anrücken musste.

Mit ihr konnten die Einsatzkräfte erst an die Stellen vorrücken, wo es zu Fuß kein Rankommen gab. Bis gegen 17.30 Uhr liefen die Löscharbeiten, die dann sukzessive heruntergefahren werden konnten. Die Restlöscharbeiten dauerten bis in die Abendstunden an, bevor eine Brandwache den Einsatzort übernahm.

Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Eine Schadenssumme ist noch nicht bekannt. Und auch die rund 300 Tauben haben den Brand überlebt. Es war der größte Brand in dem kleinen Ort, seit dem verheerenden Feuer am 25. Dezember 2014, als ein Dreiseitenhof bis auf ein Wohnhaus komplett niederbrannte.

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Fotos: medien-partner.net – Stefan Eberhardt