Ernstfall geprobt: Eingeklemmte Personen und brennendes Auto in Hildburghausen

 

Es ist Samstagnachmittag gegen 13:30 Uhr, als die Rettungsleitstelle die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hildburghausen und den Rettungsdienst zu einem schweren Verkehrsunfall mit mehreren eingeklemmten Personen und einem brennenden PKW alarmiert. Selbst bei routinierten Einsatzkräften ruft so ein Alarmstichwort die einen oder anderen Bilder in den Kopf. In diesem Jahr gab es bereits mehrere schwere Unfälle dieser Art in Südthüringen.

Nur etwa sechs Minuten brauchte das erste Fahrzeug von Alarmierung bis zum Eintreffen am Unfallort. Spätestens jetzt durften einige Kameradinnen und Kameraden erleichtert gewesen sein, denn es handelte sich bei dem Unfallszenario um eine unangekündigte Einsatzübung. Dennoch mussten die Beobachter und Verletztendarsteller erschreckend zur Kenntnis nehmen, dass Neugier bei einigen Autofahrern größer ist, als die Hilfeleistungspflicht.

Am Unfallort am Langen Steg in Hildburghausen bot sich folgende Lage. Zwei stark deformierte Fahrzeuge mit insgesamt drei eingeklemmten Insassen standen vermeintlich kollidiert auf der Straße. Ein Trümmerfeld zog sich bis zu einem weiteren PKW, welcher in Vollbrand stand. Dessen Fahrer stand mit blutender Kopfverletzung orientierungslos neben den Unfallwracks.

Mehrere Autofahrer fanden vermutlich durch die Rauchsäule angelockt, schnell den Weg zur Unfallstelle. Nachdem die Neugier gestillt war, drehten die Fahrzeuge einfach wieder um, ohne nur den Ansatz einer Ersten Hilfe zu zeigen oder einen Notruf abzusetzen. Ungewollt zeigte diese Übung einen besorgniserregenden und traurigen Trend auf, welcher im Ernstfall als unterlassene Hilfeleistung strafrechtlich verfolgt würde.

Für die Einsatzkräfte und vor allem den Führungskräften galt es nun die Lage vor Ort richtig einzuschätzen. Es mussten parallel drei Verletzte aus zwei Fahrzeugen mittels hydraulischen Rettungsgeräten befreit werden. Zeitgleich erfolgte auch das Ablöschen des brennenden Fahrzeugs, nicht zuletzt um eine Brandausbreitung auf die anderen Fahrzeuge zu verhindern.

Involviert waren auch der DRK Rettungsdienst Hildburghausen mit einem Krankentransportwagen und ein Rettungswagen der Johanniter Unfallhilfe. Hierbei wurde vor allem die Zusammenarbeit der einzelnen Organisationen geübt.

Nach etwa einer Stunde waren alle Insassen befreit und konnten dem Rettungsdienst übergeben werden. Zum Übungsende zeigte sich Hildburghausens Stadtbrandmeister Marcel Koch recht zufrieden mit dem Ergebnis. Hierbei ging es vor allem den Ausbildungsstand der Kameradinnen und Kameraden und die Ausrückezeit zu überprüfen.

Auf einige kleinere Mängel werde man in der nächsten Führungskräftebesprechung eingehen und dies noch einmal gezielt in die nächsten Ausbildungen einbauen. Insgesamt waren etwa 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr Hildburghausen an der Übung beteiligt.

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