Unbekannte Substanz fordert 11 Verletzte: Großeinsatz von Einsatzkräften in Weimar-West

 

Es war einer größten Einsätze der vergangenen Jahre, der in Weimar am Mittwochabend im Stadtteil West ablief. Gegen 18.00 Uhr bemerkten Bewohner der Wohnscheibe in der Prager Straße 1 einen beißenden Geruch, der die Atmung erschwerte und in den Augen brannte.

Umgehend wurden Feuerwehr und Polizei alarmiert, die zur Einsatzstelle ausrückten. Schnell stellte sich heraus, dass hier mehr Einsatzkräfte nötig waren, sodass schließlich alle Feuerwehren der Stadt Weimar nach Weimar West hinzugezogen worden. Ausserdem gab es mehr und mehr Verletzte, die über Atemwegsreizungen klagten – darunter auch Kinder.

Aus diesem Grund rückten gleich mehrere Rettungswagen an, um die Verletzten zu versorgen. Weil das Szenario immer größere Dimensionen annahm, alarmierte die Rettungsleitstelle schließlich zum sogenannten ManV, einem Massenanfall von Verletzten.

Jetzt rollten auch Rettungswagen aus dem Weimarer Umland in den Stadtteil der Klassikerstadt, da die Anzahl der Verletzten auf 11 stieg, darunter drei Kinder. Sie wurden ins Weimarer Klinikum und nach Bad Berka gebracht.

Während des Einsatzes gab es einen weiteren Notruf aus der angrenzenden Wohnscheibe in der Warschauer Straße 26. Hier erwartete die Rettungskräfte das gleiche Einsatzbild wie nur gut 150 Meter Luftlinie entfernt. Die neue Größe des Einsatzes rief schließlich auch den Katastrophenschutz-Zug der Stadt Weimar auf den Plan.

Nach Angaben der Feuerwehr konnte der Ort, woher der beißende Geruch kam, auf den Fahrstuhl eingegrenzt werden. Jedoch brachten mehrfache Messungen keine Erkenntnisse über den Stoff selbst. Nur dass er sich mit der Zeit verflüchtigt, konnte festgestellt werden.

Deshalb setzten die Kameraden Ventilatoren zur Zwangsbelüftung ein. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zum Geschehen aufgenommen. „Wir haben 11-mal schwere Körperverletzung und das ist keine Bagatelle. Wir setzen alles daran den Täter zu ermitteln“, so Ralf Kirsten, Leiter der Polizeiinspektion Weimar.

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