Frau in Berlin erwürgt und in Thüringen auf einem Feld verscharrt

 

Im Rahmen der Ermittlungen zur Klärung der Identität einer unbekannten Toten, die am 5. Juli 2018 in der Nähe der Autobahn A9 bei Lindau im Saale-Holzland-Kreis an einem Feldweg aufgefunden wurde, wandte sich die Kripo Jena im Juli in der ZDF-Fahndungssendung “Aktenzeichen XY Ungelöst” an die Öffentlichkeit. Dabei zeigte der Ermittler auch Röntgenbilder von den Zahnimplantaten der unbekannten Toten.

Daraufhin meldete sich eine Firma aus Freiburg in Baden-Württemberg, die angab, dass die Implantate aus ihrer Produktion stammen könnten. Die Implantate wurden an die Firma geschickt, wo Mitarbeiter herausfanden, dass diese an eine Berliner Zahnarztpraxis versandt wurden. In dieser Praxis fand sich auch der Zahnarzt, der sie seiner Patientin, dem späteren Opfer, eingesetzt hatte. Den endgültigen Beweis stellte dann der Abgleich der Röntgenbilder des Zahnarztes und der Jenaer Rechtsmedizin dar, der Übereinstimmung ergab.

Somit war die Identität der bis dahin unbekannten 49-jährigen Toten endlich geklärt. Bereits einen Tag später, am 10. August 2018, wurde ein Durchsuchungsbeschluss für ihre Wohnung in Berlin erwirkt. Es stellte sich heraus, dass es in den letzten Wochen noch Abhebungen von ihrem Konto gegeben hatte und auch ihr Briefkasten regelmäßig geleert wurde. Der Verdacht richtete sich deshalb gegen den späteren Beschuldigten, einen Nachbarn der Frau.

Seit dem 13. August 2018 waren Ermittler der Soko “Feldweg” in Berlin und ermittelten gemeinsam mit ihren Kollegen der 8. Berliner Mordkommission. Am 16. August 2018 ging das Verfahren dann an die Berliner Staatsanwaltschaft über. Auch zur Vernehmung des 41-jährigen Beschuldigten standen die Jenaer ihren Berliner Kollegen mit ihrem Wissen zur Auffindesituation am Feldweg bei Lindau beratend zur Seite.

Die Frau war nicht als vermisst gemeldet. Auch ihre DNA und die von der Leiche, trotz langer Liegezeit, genommenen Fingerabdrücke hatten die Ermittler nicht weitergebracht, da sie nicht gespeichert waren. Ohne die Identifikation der unbekannten Toten wäre ein Verbrechen nicht aufgeklärt worden. Der Tatverdächtige wurde heute einem Haftrichter zum Erlass eines Haftbefehls wegen Totschlags vorgeführt.

22.08.2018 / Landespolizeiinspektion Jena / fp
Foto: Arne Schein