Bahnunfall geprobt: 700 Helfer im Tunnel Bleßberg im Einsatz

In Fortführung der beiden Stationsausbildungen an der ICE Neubaustrecke VDE 8.1 am 25. März 2017 im Tunnel Baumleite und am 29. April 2017 im Tunnel Bleßberg fand am Samstag, den 22. Juli 2017 im Bereich des Tunnel Bleßberg bei Mausendorf eine erste Großübung unter möglichst realen Bedingungen im Landkreis Sonneberg statt.

Unter Federführung des Landkreises Sonneberg nahmen rund 700 Mitwirkende aus Feuerwehr, dem Katastrophenschutz, des Rettungsdienstes und der Länder- und Bundespolizei teil. Die roten und weißen Einheiten kamen dabei planmäßig aus den Landkreisen Sonneberg, Hildburghausen, Coburg, Lichtenfels, Saalfeld-Rudolstadt, Ilm-Kreis und Gotha sowie aus den Städten Suhl und Erfurt. Die Einsatzleitung oblag dem Sonneberger Kreisbrandinspektor Mathias Nüchterlein.

Das Übungsszenario sah vor, dass ein mit mehreren Dutzend Personen besetzter ICE auf der Fahrt von Nürnberg nach Erfurt im 8,3 Kilometer langen Tunnel Bleßberg havariert. Durch den Einsatz von Nebelmaschinen wurde zudem der Brand des ICE und eine folglich starke Rauchentwicklung im Tunnel simuliert. Durch die Havarie konnten sich nicht alle Reisenden selbstständig in Sicherheit bringen und mussten von der Feuerwehr gerettet werden.

Entsprechend des Rettungskonzeptes wurden daraufhin Rettungskräfte, Landes- sowie Bundespolizei und das DB Notfallmanagement alarmiert. Infolge wurden die Tunnelbasiseinheiten der Feuerwehr sowie die zuständigen Sanitätseinheiten in Marsch gesetzt. Sie hatten unter anderem alle Notausgänge sowie das Nord- und Südportal des Tunnel Bleßberg besetzt und waren in die Personensuche eingebunden.

Zeitgleich begannen mehrere Such- und Rettungstrupps unter schwerem Atemschutz mit der Menschenrettung. Eine Betreuungsstelle für die Zuginsassen wurde in der Meng-Hämm-Arena in Mengersgereuth-Hämmern eingerichtet. Andere, für die Kräftenachführung vorgesehene Einheiten, fuhren zudem festgelegte Bereitstellungsräume an. Darüber hinaus wurde der Katastrophenschutzstab des Landkreises Sonneberg einberufen und mit Landrätin Christine Zitzmann an der Spitze unterstützend besetzt.

„Es wurde viel Aufwand betrieben, um eine möglichst realitätsnahe Schadenslage darzustellen. Hierzu zählten in erster Linie die Nebelmaschinen und die gut 40 Statisten mit verschiedenen Verletzungsbildern. Die Großübung war eine erste Nagelprobe für die jahrelange Vorbereitung und ein Praxistest für unser Rettungskonzept“, gab Uwe Scheler, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzes im Landratsamts Sonneberg bekannt.

Aufgrund des hohen Aufkommens von Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen kam es weiträumig zu Verkehrsbehinderungen im Straßenverkehr.

23.07.2017 / Landkreis Sonneberg / jk

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