Feuerwehr Suhl nimmt an Feuerwehrolympiade in Österreich teil

Villach on Fire – „Villach brennt“, so lautet der derzeit offizielle Werbeslogan der Stadt Villach. Dort finden seit Sonntag die 16. Internationalen Feuerwehrwettbewerbe, die Feuerwehrolympiade, statt. Dabei ist der Slogan nicht einfach nur so daher gesagt. Die ganze Stadt ist ein einziger roter Hexenkessel – und die Suhler Feuerwehrwettkampfgruppe ist mittendrin.

Direkt von vor Ort schildern sie ihre Eindrücke: „Etwas über 60.000 Einwohner hat diese, von den Bergen der Alpen eingerahmte, Stadt in Kärnten. Wenn man durch die Straßen und die Innenstadt geht, hat man das Gefühl, dass hier dieser Tage sprichwörtlich jeder rot trägt. Die gesamte Stadt hat sich herausgeputzt, nahezu jeder Laden, jedes Hotel und jedes Lokal ist auf Feuerwehr und ihre Retter getrimmt. An den Wettkampfstädten sind riesige Tribünen aufgebaut. Bis auf den letzten Platz sind die Arenen zu den Wettkämpfen gefüllt – da kocht die Stimmung bald über“, schildert Marius Wulff, der Suhler Teamleiter, seine Eindrücke.

Kein Wunder bei solch einer hochkarätigen Veranstaltung. Aus 27 Nationen treten über 3.000 Feuerwehr-Wettkämpfer aller Altersklassen gegeneinander an. Die weiteste Anreise von allen hatte dabei mit Sicherheit eine Jugendgruppe aus Japan. Deutschland stellt mit rund 230 Kameraden eine der größten Teilnehmerdelegationen. Hinzu kommen noch knapp 40 deutsche Schiedsrichter.

Nachdem die ersten beiden Wochentage nochmal im Zeichen des Trainings standen, wurde die Olympiade am gestrigen Mittwoch offiziell eröffnet. Seitdem brennt nun auch die olympische Flamme über dem Stadion in Villach.

Die Suhler haben sich im vergangenen Jahr bei der Deutschen Feuerwehrmeisterschaft in Rostock für die jetzige Teilnahme qualifiziert. Sie ist die einzige Thüringer Mannschaft, die diesmal überhaupt die Qualifikation zur Olympiade schaffte. In der Wertungsklasse der Suhler, den „traditionellen Wettbewerben, männlich unter 30 Jahre“ konnte Deutschland die besten sieben Mannschaften nach Österreich schicken. Mit einem fünften Platz hatten die Suhler damals das Ticket gelöst.

„Gegenüber der Leistung in Rostock haben wir uns nochmals um einige Sekunden verbessern können, zudem sind sie in der Regel sehr konstant.“, resümiert der Teamleiter. „Doch für einen Platz auf dem Treppchen wird es wohl kaum reichen.“, weiß er schon jetzt. „Die internationale Konkurrenz ist einfach Top und noch gut 8 Sekunden vor unserer bisherigen Bestzeit entfernt.“ Und dass, obwohl die Suhler Feuerwehrleute ihre persönliche Bestmarke erst am Dienstag beim offiziellen Training nochmals verbessert hat. Acht Sekunden sind beim Löschangriff des traditionellen Wettbewerbs, zumindest im Spitzenfeld, Welten. Rund 28 Sekunden benötigen die besten Teams derzeit für die 60 Meter Schlauchstrecke. „Für uns ist allein die Teilnahme an diesem Wettbewerb schon eine außerordentliche Leistung und eine besondere Ehre. Die Feuerwehr Suhl betreibt diese Wettkampfdisziplin erst seit wenigen Jahren. Umso herausragender ist diese Leistung. Keine andere Mannschaft hat in so kurzer Zeit so viel erreicht wie wir.“ Ganz ohne Ziele sind die Suhler Wettkämpfer natürlich nicht nach Österreich gekommen. Der sportliche Ehrgeiz treibt schließlich auch Feuerwehrleute an. Die Losung für die Olympiaplatzierung heißt: „Ein Platz im ersten Drittel!“, so Wulff voller Überzeugung.

Neben der Disziplin des internationalen traditionellen Wettbewerbs, an welchem die Suhler teilnehmen, finden in Villach noch die Feuerwehrsportwettbewerbe und die internationalen Jugendbewerbe statt. Während die Suhler ihre Leistungen bei einem Löschangriff und einem anschließenden 400 Meter Staffellauf mit Hindernissen unter Beweis stellen müssen, geht es bei den Sportwettkämpfen weniger um die fachliche Korrektheit, als um Schnelligkeit und Kraft. Bei den Sportwettkämpfen müssen die Wettkämpfer beispielsweise einen dreistöckigen Turm mit einer Einhängeleiter erklimmen oder eine 100 Meter Laufstrecke mit Eskaladierwand und Laufbalken überwinden und dabei sogar noch Schlauchattrappen verlegen.

Am morgigen Freitag wird es dann Ernst für das Suhler Team. Um 13.45 Uhr geht es in die Startaufstellung. Rund eine dreiviertel Stunde später herrscht dann Gewissheit. Die Anspannung ob alles klappt, die Kupplungen alle geschlossen sind, alle Hindernisse korrekt genommen worden und vor allem sich niemand verletzt hat, fällt dann ab. Die endgültige Platzierung steht jedoch erst am Samstag zur offiziellen Siegerehrung und Abschlussveranstaltung der alle vier Jahre stattfindenden Feuerwehrolympiade fest.

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13.07.2017 / Pressesprecher Daniel Wiegmann / fp
Fotos: Feuerwehr Suhl