Tunnelbasiseinheiten trainierten zwei Tage an einem ICE

„Ereignis im ICE-Tunnel“, mit diesen Worten werden künftig die Einsatzkräfte der beiden Tunnelbasiseinheiten im Landkreis Hildburghausen alarmiert, sollte es zu einem Schadensereignis in einem der zahlreichen Bahntunnelanlagen auf der neuen ICE-Strecke Erfurt – Ebensfeld kommen. Hierbei rauschen ICEs und Güterzüge mit bis zu 300 km/h durch die Tunnelkette.

Die Bahn stellte am Freitag einen ICE für Übungszwecke zur Verfügung, dieser wurde mitten im Tunnel Baumleite im Landkreis Sonneberg positioniert. Gegen 15.00 Uhr trafen die beiden Einheiten, welche sich zuvor am am Beritstellungsraum in Crock versammelten am Rettungsschacht Tunnel Baumleite bei Schalkau ein. Vor Ort waren auch Kreisbrandinspektor Michael Friedel und Vertreter des Thüringer Ministeriums für Inneneres und Kommunales sowie von der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule, dem Rettungdienszweckverband Südthüringen, der Deutschen Bahn und der Bundespolizei. Vor Ort erhielten die Einsatzkräfte eine kurze Einweisung durch die Deutsche Bahn. Hierbei wurde auf Besonderheiten des Schachtes, dem sicheren Vorgehen und mögliche Rettungszugänge am ICE hingewiesen.

Im Anschluss wurde unter Aufsicht der Multiplikatoren die erste Übung vorgenommen. Für den Erkundungstrupp, dem Lösch- und dem Rettungstrupp ging es zunächst über 200 Stufen vom Zugang des Rettungsschachtes zum 40 Meter tiefer liegenden Tunnelzugang. Angenommen wurde ein Feuer im ICE mit verletzten Personen, welche von Kräften des Sanitäts- und Betreuungszuges des Katastrophenschutzes gemimt wurden. Das entsprechende Equipment wurde über Schienenrollwagen zur Einsatzstelle befördert.

Erkunden, Brandbekämpfung und Menschenrettung waren das Thema der sechsstündigen Ausbildung. Insgesamt wurden drei Durchgänge absolviert, somit konnte jede Einsatzkraft einmal die Aufgaben der drei Trupps übernehmen. Am Samstag wurde bereits ab 8.00 Uhr die Ausbildung fortgesetzt, diesmal direkt am Südportal des Tunnel Baumleite. Hierbei wurde das taktische Vorgehen noch einmal vertieft.

Somit schlug diese Ausbildung insgesamt mit 12 Stunden zu Buche. Die Kräfte der Tunnelbasiseinheiten haben neben ihrer Tätigkeit in ihren örtlichen Feuerwehren bis heute knapp 90 Stunden in die Sonderausbildung investiert. Eingerechnet sind hierbei nicht die Lehrgänge an der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule, sowie die Ausbildungen der Multiplikatoren bei der International Fire Academy IFA in der Schweiz. Die Verantwortlich bedanken sich besonders beim Sanitäts- und Betreuungszug des Landkreises Sonneberg, welche an beiden Tagen für die Verpflegung der Einsatzkräfte sorgte.

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