Praxisausbildung der Tunnelbasiseinheiten des Landkreises Gotha

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Neudietendorf, Ingersleben sowie Günthersleben-Wechmar trafen sich am vergangenen Freitag zu einer Komplexausbildung für die neue ICE-Strecke auf dem Gelände der DB Regio in Erfurt. Die Kameraden und Kameradinnen begaben sich pünktlich als Teile der Tunnelbasiseinheiten 1 und 2 des Landkreises Gotha auf den Weg zur Ausbildung in Richtung Erfurt.

Nach der erfolgreichen Ausbildung am Tunnel Reinhardsbrunn im letzten Jahr ist dies die zweite Übung, die die Feuerwehren gemeinsam durchführen. Dank der Vorbereitung einiger Kameraden sowie den speziell für die Thüringer Tunnelkette in der Schweiz geschulten Multiplikatoren konnte direkt nach der Ankunft auf dem Bahngelände mit der Ausbildung begonnen werden. Zunächst erfolgte eine Einweisung in das Gelände sowie in den zur Verfügung gestellten Personenzug. Dieser Zug befand sich auf einem Abstellgleis und um den Zug wurde mit Absperrmaterialien ein Tunnel dargestellt.

Die Kameraden sollten an diesem Abend als Ergänzung zu den zahlreichen Teilübungen den Ablauf für das tunnelspezifische Vorgehen beim Erkunden, beim Löschen und bei der Suche und Rettung der vermissten Personen im Zug üben. Entsprechend des thüringenweiten Rettungskonzeptes für die ICE-Neubaustrecke VDE 8.1 wurden die beiden Schienenrollwagen mit allen zusätzlichen Materialien für die Löschmaßnahmen und den Rettungseinsatz im Tunnel bestückt. Gleichzeitig wurde die persönliche Schutzausrüstung angelegt, zu der für den Einsatz im Tunnel neben dem Langzeitatemschutzgerät auch Sauerstoffselbstretter aus dem Bergbau, Brandfluchthauben, Wärmebildkameras, Gasmessgeräte, Suchstöcke und verschiedenfarbige LED-Blitzleuchten zur Markierung gehören.

Diese speziellen Zusatzausrüstungen befinden sich auf den beiden baugleichen Anhängern für die Tunnel- und Bahnrettung, die Ende Februar von den beiden Tunnelbasiseinheiten übernommen wurden. Auf den Anhängern befinden sich neben den Atemschutzgeräten und den beiden Schleifkorbtragen auch zwei Spineboards und zehn Tragetücher für den leichteren Transport von Patienten im Zug. Voll ausgerüstet ging es in den Tunnel und in den nächsten beiden Stunden wurde mehrmals der Zug erkundet, die Wasserversorgung aufgebaut, das Feuer von beiden Seiten gelöscht und ganz nebenbei die neue Atemschutztechnik mit integriertem Funk getestet.

Für die verdiente Pause und erste Auswertungsrunde wurde von zwei Kameraden aus Neudietendorf Erbsensuppe mit Bockwurst vorbereitet und am Ausbildungsort ausgeteilt. Nach der Pause folgte noch der Einsatz des Such- und Rettungstrupps, um den Zug gründlich abzusuchen und die vier vermissten Personen zu retten. Auch hier stand der Umgang mit der neuen Taktik und Ausrüstung im Mittelpunkt. Den Abschluss bildete eine zweite Auswertungsrunde mit einer kurzen Zusammenfassung der Inhalte aus den vier Stunden Übungszeit auf dem Bahngelände.

Der Dank für erfolgreiche Ausbildung gilt der DB Regio, allen beteiligten Einsatzkräften, den fleißigen Ausbildern und der Berufsfeuerwehr Erfurt. Außerdem wird den Verantwortlichen für die sehr gute Zusammenarbeit und das Ermöglichen dieser Ausbildungeinheiten recht herzlich gedankt.

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Fotos/Text: Freiwillige Feuerwehr Neudietendorf

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