Ausbildungswochenende der Neudietendorfer Wehr an der LFKS

An ihrem Ausbildungswochenende vom 16. bis 18.September 2016 absolvierten die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Neudietendorf und der Löschgruppe aus Ingersleben einen Übungsmarathon an der Landesfeuerwehrschule in Bad Köstritz. Ziel war es, möglichst viel Erfahrung zu gewinnen und die Zusammenarbeit auf ein höheres Maß zu bringen.

Nach langer Vorbereitung ging es am Freitag endlich los in Richtung Bad Köstritz. Für die Anreise sowie die Übungen standen den Teilnehmern nahezu alle Fahrzeuge, die auch im reellen Einsatz verwendet werden, zur Verfügung. Somit konnte fast das gesamte Material der Feuerwehr Neudietendorf eingesetzt und erprobt werden. Lediglich das Löschgruppenfahrzeug sowie der Mannschaftstransportwagen blieben zur Absicherung des örtlichen Brandschutzes im Gerätehaus. Darüber hinaus übernahmen die übrigen Feuerwehren der Landgemeinde Nesse-Apfelstädt die Einsatzbereitschaft.

Nach dem Aufbau der Versorgungs- und Aufenthaltszelte wurde gleich am Freitag nach kurzer Belehrung die erste Übungseinheit im Brandcontainer absolviert. Im Brandübungscontainer simulierte man mit einem echten Holzfeuer Raumtemperaturen von 300°C bis 400°C im mittleren Bereich und bis zu 750°C unter der Decke. Dadurch konnte der Brandverlauf bis zur Rauchgasdurchzündung dargestellt werden. Hierbei sollten gefährliche Situationen im Brandverlauf und der effektive Strahlrohreinsatz dargestellt werden. Dazu kommen der Umgang mit den hohen körperlichen und psychischen Belastungen, die im Einsatz vorherrschen können, sowie die Erfahrung über Leistungsfähigkeit der persönlichen Schutzausrüstung. Nach dem Abendbrot gab es eine Einweisung und Belehrung zu den zu absolvierenden Übungen am Folgetag.

Samstagmorgen begann die Ausbildung schon um 07.30 Uhr. Es sollte ein langer und sehr nasser Ausbildungstag werden. In der Nacht hatte es sich eingeregnet und das Regenradar versprach keine Besserung im Laufe des Tages.

Am Vormittag wurden, parallel in zwei Gruppen, am Vielfachübungsobjekt “Trockenübungshaus” und auf dem Außengelände für Technische Hilfeleistung Ausbildungen durchgeführt. In den Übungsszenarien für die Brandbekämpfung legte man besonderer Wert auf das Retten von Personen über tragbare Leitern. Taktische Ventilation und das strukturierte Absuchen von Räumen unter Einsatz der Wärmebildkamera war eine weitere Trainingseinheit. In der technischen Hilfeleistung konnte an einem umgestürzten Bus und einem verunfallten Lkw das Aufrichten mit der Winde des Rüstwagens sowie der Aufbau der Rettungsbühne geübt werden. Das Sichern einer Einsatzstelle, dass Befreien einer eingeklemmten Person unter einem Holzstapel und unter einem Lkw wurde im weiterem Verlauf geübt.

Nach dem wohlverdienten Mittagessen konnte die Ausbildung auf dem Übungsgelände 3 der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule fortgesetzt werden. Hier ging es um die vorgeschriebene jährliche Trageübung für den Chemikalienschutzanzug und den Umgang mit der Ausrüstung des Gerätewagens Gefahrgut. Es galt eine abgerissene Leitung abzudichten, auf einer Rohrbrücke verschiedene Schieber in 5 Meter Höhe zu schließen und ausgetretenen Gefahrstoff aufzufangen. Das Wasser für die Übungsanlage wurde, bei der zeitgleich stattfindenden Maschinistenausbildung, am Löschteich gefördert. Eine dritte Gruppe musste während einer Such- und Rettungsübung, entsprechend dem Konzept des Landes Thüringen für die neue ICE-Strecke, mehrere Personen aus einem verrauchten Zug retten.

Wegen des anhaltenden Regens und weil alle Kameradinnen und Kameraden während der Ausbildung auch von innen nass geworden waren, kam die anschließende Kaffeepause im warmen Zelt genau richtig. Das Heizgebläse konnte die Einsatzbekleidung zumindest leicht antrocknen, bevor es zu den letzten beiden Ausbildungseinheiten ging.

In der Brandsimulationsanlage wurde aufbauend auf die Übungen vom Vormittag, die taktische Vorgehensweise unter reellen Bedingungen geprobt und Personen aus dem brennenden Objekt gerettet. Für alle Kameradinnen und Kameraden, die am Vortag den Brandübungscontainer noch nicht absolviert hatten, folgte am Samstagabend der zweite Durchgang. Somit hatten alle Atemschutzgeräteträger, der beiden beteiligten Feuerwehren, ihre jährlich vorgeschriebene Belastungsübung als Heißübung absolviert.

Nach jeder Übung gab es kurze Nachbesprechungen, um Fehler zu erkennen und gemeinsam Verbesserungen zu beraten. Am Ende des letzten Tages waren sich alle Teilnehmer einig, dass dieses Wochenende für jeden eine große Bereicherung war und im kommenden Jahr wiederholt werden müsste.

Nach dem gemeinsamen Frühstück am Sonntag, musste wieder alles zusammengepackt und auf den Fahrzeugen verstaut werden. Die Heimreise wurde in Form einer Kolonnenfahrt durchgeführt. Insgesamt nahmen an diesem Ausbildungswochenende 28 aktive Kameradinnen und Kameraden teil. Ein Dankeschön der Feuerwehr geht an die externen Ausbilder Patrick Wagner von der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule, Thomas Kempf von der Berufsfeuerwehr Erfurt und Jens Woywat von der Berufsfeuerwehr Gotha. Vielen Dank auch an das Organisationsteam für die gute Vorbereitung bzw. Ausarbeitung der Übungen. Ein letzter Dank geht an die Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule, welche den Kameradinnen und Kameraden die Übungsgelände und die Schlafmöglichkeiten zur Verfügung gestellt hatten und während der drei Tage durch Heiko Reyher betreut wurde.

Feuerwehr Neudietendorf

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