Happy-End bei Sturmeinsatz: PKW schrottreif, Wildtauben gerettet

Der Deutsche Wetterdienst hatte schwere Gewitter für den Raum Mittelthüringen am Sonntagnachmittag vorausgesagt. Nicht überall kamen die Gewittergüsse herunter, im südlichen Weimarer Land fegten stattdessen teils starke Fallwinde über das Land. So stark, dass eine gut 80 Jahre alte Weide diesen nicht mehr standhalten konnte. Von außen massiv und gesund, doch im Inneren völlig morsch. Deshalb gab sie den Winden nach und begrub mit ihrer rund 15 Meter hohen Krone und dem massiven Geäst einen VW Golf und blockierte die Karl-Liebknecht-Straße in Blankenhain.

So musste gegen 20.00 Uhr die Freiwillige Feuerwehr der Lindenstadt ran, um die riesige Weide zu zerlegen. Weil der Baum in sich starke Spannungen aufzeigte, entschieden sich die Kameraden den Revierförster Andreas Bauchspieß hinzuzuziehen. Dieser entschied letztendlich ein ortsansässiges Forstunternehmen mit der Zerlegung zu beauftragen. Forstunternehmer Martin Hoffmann kam mit seinem Bruder und im Team zerlegten sie den Holzkoloss.

Als das Auto schließlich freigelegt und die Straße beräumt war, verschaffte sich Autobesitzer Christoph Reiber (26) einen Überblick über den Zustand seines Gefährts. Dieses hatte es schwer getroffen. Das Dach war tief eingedrückt und ein Ast bohrte sich bis in den Innenraum des Golfs. Für die Feuerwehr blieb nicht mehr viel zu tun, sie konnten die Einsatzstelle nur noch mit Flatterband absperren und machten sich anschließend, gegen 22.30 Uhr auf den Weg zurück ins Depot.

Eine kleine Erfolgsgeschichte noch abschließend – Feuerwehrmann Franz Sell (20) konnte aus den Unmengen Blätterwald und Geäst ein Vogelnest mit zwei Wildtauben retten. Sie kamen in dem angrenzenden Buschwerk unter.

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