Höhenrettungsübung an der Ilmtalbrücke bei Langewiesen

Am Montag, den 6. Juni 2016 fand auf der Ilmtalbrücke bei Langewiesen (Ilm-Kreis) eine besondere Einsatzübung der Höhenrettung Großbreitenbach und der Freiwilligen Feuerwehr Langewiesen statt. Als Übungsszenario wurde ein verunglückter Bauarbeiter auf einer mobilen Brückenplattform mit schweren Verletzungen angenommen. Dieser lag auf der Plattform in rund 48 Metern Höhe. Die Kameraden der Höhenrettung mussten zunächst rund 600 Meter mit schwerem Gerät über die Brücke laufen, bevor sie am Einsatzort eintrafen.

Dort stiegen unmittelbar zwei Höhenretter zur verletzten Person ab und betreuten diese. Die anderen Kameraden bereiteten die Rettung des verunfallten und verletzten Arbeiters vor. Hierfür mussten mehrere Kletterseile gespannt werden. Als dies soweit war, wurde die verletzte Person mit einer Schleifkorbtrage abgeseilt.

Die Schwierigkeit darin bestand, dass unter der Brücke ein stehendes Gewässer ist. Mit einem Schwimmponton musste die Person auf dem Gewässer entgegengenommen werden. So wurden zwei besonders wichtige Komponenten geprobt. Zum einen die Rettung eines Verletzten aus Höhen und die Wasserrettung.

Anschließend wurde die Einsatzübung mit allen beteiligten Personen ausgewertet. Die Ilmtalbrücke hat eine Länge von 1681 Metern. Sie gehört zum Verkehrsprojekt Deutsche Einheit der Eisenbahn-Neubaustrecke Ebensfeld – Erfurt. Die zukünftigen ICE Züge können auf der Brücke eine Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h erreichen.

Bereits während der Baumaßnahmen kam es am 1. September 2008 zu einem tödlichen Arbeitsunfall. Damals stürzte ein Bewehrungskorb eines Überbausteges um. Neben dem getöteten Arbeiter gab es noch drei weitere schwer verletzte Personen.

Aufgrund dieser und weiterer Gefahren nutzen die Feuerwehren die Möglichkeit diese Brücke zu beüben.

Da der Testbetrieb im 3. Quartal dieses Jahres auf der Strecke losgehen soll, wird dies die einzige und letzte Möglichkeit gewesen sein, einen solchen Notfall an der Brücke zu testen. Neben der Rettungsübung wurde zusätzlich noch die Kommunikation mit TETRA-BOS Digitalfunk unter Einsatzbedingungen geprobt.

Hier lernten die Einsatzkräfte die Vor- und Nachteile des digitalen Funkverkehrs.

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