Gefahrgutzug und Sanitätskomponente aus dem Landkreis Sonneberg proben den Ernstfall

Täglich werden gefährliche Stoffe und Güter auf den verschiedensten Verkehrswegen durch Deutschland transportiert. Bei einem Unfall gehen von diesen Stoffen potentielle Gefahren für Menschen, Tiere und Umwelt aus. Kommt es zu einem Gefahrgutunfall, stellt dies meist die Einsatzkräfte vor einen hohen zeitlichen und logistischen Aufwand. Für diese Art von Einsätzen halten Landkreise und kreisfreie Städte Sondertechnik und speziell ausgebildetes Personal vor. Der Gefahrgutzug des Landkreises Sonneberg setzt sich aus mehreren Sonderfahrzeugen zusammen, die anverschiedenen Feuerwehrstandorten im Kreis stationiert sind. Das nötige Fachpersonal besteht aus Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren, welche diese Tätigkeit zusätzlich neben ihren „normalen“Feuerwehrdienst ausüben. Um die Leistungsfähigkeit und den Ausbildungsstand zu überprüfen, führt der Landkreis Sonneberg in regelmäßigen Abständen unangekündigte Alarmübungen durch. 

Es ist Samstagmorgen, als die letzten Vorbereitungen auf einer Waldlichtung bei Roth, nahe der neuen ICE-Trasse laufen. Vor Ort ist der zuständige Kreisbrandmeister – Gefahrgut, Volker Harmuß, der mit Unterstützung von Michael Dorst von der Feuerwehr Schalkau die unangekündigte Alarmübung ausgearbeitet hat. Das angenommene Szenario stellt sich zunächst als harmloser Unfall dar. Ein abgestellter Traktor mit Fassanhänger wurde durch ein vorbeifahrendes Fahrzeug beschädigt und es läuft Flüssigkeit aus. Mit diesem Meldebild alarmiert die zuständige Leitstelle Suhl die örtliche Feuerwehr Roth– Almerswind um 6:55 Uhr via Sirene. Kurze Zeit später rücken die Einsatzkräfte mit ihrem Löschfahrzeug Richtung Einsatzort aus. Vor Ort wird der Einsatzleiter von Volker Harmuß informiert, dass sich am Unfallfahrzeug eine Warntafel befindet, welche den Transport von Gefahrgut kennzeichnet. Nun muss der Einsatzleiter den Gefahrgutzug des Landkreises Sonneberg , den Führungskraftwagen und die Sanitätskomponente nachalarmieren lassen. Bis zum Eintreffen muss sich der Einsatzleiter über die Fahrzeugstellflächen Gedanken machen, da sowohl Platz für eine Dekontaminationsstrecke und Bereitstellungsraum, als auch die Möglichkeit für abrückende Fahrzeuge, wie Rettungswagen oder wasserführende Fahrzeuge im Pendelverkehr vorhanden sein soll.

Nach Eintreffen der ersten Sonderfahrzeuge werden die Dekon-Strecke errichtet, erste Messungen durchgeführt und der Brandschutz sichergestellt. Im Anschluss macht sich ein Erkundungstrupp unter Atemschutz und Chemikalienschutzanzug auf den Weg in den Gefahrenbereich, um genaue Informationen über den Gefahrstoff und das Ausmaß des Unfalls zu erhalten. Nach Analysierung des Stoffes rücken weitere Trupps unter Vollschutz mit entsprechenden Materialien und Pumpen zum Unfallfahrzeug vor, um das Leck abzudichten und die Flüssigkeit in geeignete Behältnisse umzupumpen. Nach Ende der Arbeiten müssen alle Einsatzkräfte, die im unmittelbaren Gefahrenbereich tätig waren, durch die Dekontaminationsstrecke.

In der Zwischenzeit haben die Helfer des Sanitäts- und Betreungszuges des DRK Getränke und einen kleinen Imbiss bereitgestellt. Gegen 11:00 Uhr wurde die Einsatzübung abgebrochen und durch die jeweiligen Verantwortlichen eine entsprechende Auswertung durchgeführt. Kreisbrandinspektor Mathias Nüchterlein und Volker Harmuß bedankten sich bei allen Kameraden und Kameradinnen für die Einsatzbereitschaft.

Kräfte im Einsatz: Freiwillige Feuerwehren Almerswind / Roth, Steinach, Schalkau, Lauscha, Neuhaus / Rwg., Sonneberg Mitte, Oberlind, Köppelsdorf, KBI, Sanitäts- und Betreuungszug

Marcus Heinz

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